Ein- oder beidseitig implantieren
In der ersten Zeit, in der man Kinder implantiert hat, ging man davon aus, dass ein Ohr ausreichend ist. Man war auch der Meinung, dass es sinnvoll ist, sich ein Ohr âzu reservierenâ, um es fĂŒr etwaige andere technische Errungenschaften und Verbesserungen noch zur VerfĂŒgung zu haben.
Heute geht man dazu ĂŒber, Kindern (und auch Erwachsenen) beidseitig = bilateral zu versorgen, mit der BegrĂŒndung, dass das Kind auch (wenn es zeitgerecht geschieht) das Richtungshören erlernen kann.
Tatsache ist, dass es dem Kind auch im Bereich der Signal- und Sprachverarbeitung leichter fĂ€llt, wenn es bilateral versorgt wird. Ein weiterer Vorteil einer bilateralen Versorgung ist, dass, falls ein Ohr ausfĂ€llt, das zweite Ohr âdie Stellung haltenâ kann. Dennoch ist es gerade, wenn ein CI ausfĂ€llt, besonders wichtig, dem Kind ein soweit als irgendwie möglich stressfreies Leben zu ermöglichen. In so einer Situation kann die GebĂ€rdensprache eine groĂe UnterstĂŒtzung sein, weil das Kind dadurch trotzdem kommunizieren und verstehen kann, was rundherum passiert.
Warum trotzdem die GebÀrdensprache verwenden, wenn das Kind, wenn ein CI ausfÀllt, eh noch ein zweites CI hat?
Ich will es Ihnen an Hand eines Beispiels aufzeigen: Im Normalfall können Sie gut mit beiden HĂ€nden arbeiten. Sie sind es gewohnt beide HĂ€nde einzusetzen ohne lange zu ĂŒberlegen, wie Sie welche Handlung ausfĂŒhren mĂŒssen. Nehmen wir an, plötzlich haben Sie nur noch eine Hand, egal ob es vorĂŒbergehend ist oder ob fĂŒr immer. Sie sind es gewohnt, mit beiden HĂ€nden die Schuhe zuzubinden. Probieren Sie doch einmal aus, es mit einer Hand zu machen. Es fĂ€llt Ihnen schwer. Das Gehirn hat es sich angewöhnt, beide HĂ€nde in den Ablauf âeinzubauenâ. Sie werden einige Zeit brauchen, damit Sie eine Technik gefunden haben, sich die Schuhe mit einer Hand zuzubinden oder Sie meiden SchnĂŒrschuhe. Genauso ist es auch mit dem Hören: Das Gehirn hat sich angewöhnt, mit beiden Ohren zu hören. Plötzlich fĂ€llt ein CI aus. Das Kind versteht nur noch die HĂ€lfte. Es gerĂ€t innerlich in Stress, weil es dadurch das GefĂŒhl hat, nichts mehr zu verstehen. Hier kann die GebĂ€rde eine Hilfe sein, trotzdem zu verstehen, was rundherum passiert.
Wichtig ist allerdings, dass SIE sich entscheiden, ob beidseitige CI-Versorgung und ob GebÀrden eingesetzt werden sollen oder nicht. Daher ein wichtiger Grundsatz:
HĂREN SIE AUF IHR BAUCHGEFĂHL UND ENTSCHEIDEN SIE SELBST!





